Refuge du Goûter – Luxushütte am Mont Blanc

Refuge du Goûter 1Seit Ende Juni lädt eine neue Wanderhütte am Aufstieg zum legendären Mont Blanc in den französischen Alpen zum Verweilen ein. Nun steht die Herberge bereits in der Kritik, sowohl bei Gästen als auch bei den Bergführern. Man stellt sich die Frage: Hotel oder Berghütte? Die Geschichte des Gebäudes ist untrennbar mit der Geschichte des Bergsteigens und dem Mont Blanc verbunden. Es ist der höchste Zufluchtsort in Frankreich auf 3.835 Meter über Meer, da trohnt die „Hütte“ Refuge du Goûter. Die Refuge du Goûter kann 120 Personen beherbergen.

Refuge du Goûter 2Ultramodern, komfortabel und gleichzeitig ökologisch konzipiert, die Refuge du Goûter lädt am Aufstieg zum Mont Blanc zum entspannen ein. Doch der futuristische Bau in Ei-Form thront auf 3.835 Meter Höhe auf dem verschneiten Bergkamm Aiguille du Goûter. Der Bau hat eine Inox-Fassade, innen eine helle Holzvertäfelung, einen riesigen Speisesaal sowie gemütliche Schlafsälen mit insgesamt 120 Betten. Die eiförmige Konstruktion des Gebäudes soll ausserdem selbst den heftigsten Stürmen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 300 Stundenkilometern standhalten können. Modernste Technologie soll eine möglichst geringe Umweltbelastung gewährleisten, somit wird für die Wasserversorgung Schnee geschmolzen, das Abwassersystem gleicht dem von U-Booten, Solaranlagen und Kraft-Wärme-Kopplung erzeugen Strom und Wärme.

Diese technischen Errungenschaften haben auch Schattenseiten, nämlich der Preis. Dieser ist mit 90 Euro für eine Übernachtung mit Halbpension sehr stolz und die Wanderer bekunden auch schon ihren Unmut darüber. Das zweite Problem sind die zusätzlichen neugierigen Leute. Durch die aussergewöhnliche Architektur ist die Herberge mittlerweile zum Ziel für Leute geworden, die gar nicht den Mont Blanc besteigen wollen, berichten einige Bergführer. Dies könnte den Mont Blanc noch zusätzlich belasten. Nun soll dem mit einigen Vorschriften ein Riegel vorgeschoben werden. Bis jetzt durften Wanderer ohne Reservierung bislang nahe der Hütte zelten, ab sofort ist Camping nun untersagt.

Ein weiteres Manko betrifft die Reservierung. Denn wer auf dem Refuge du Goûter nicht reserviert hat, muss entweder zu der unterhalb gelegenen Hütte Tête Rousse zurückkehren, was bedeutet, dass man die fast 670 mühsam erklommenen Höhenmeter wieder zurücklaufen muss. Oder man schläft im Eingangsbereich, inmitten von Schuhen und Steigeisen und berappt wohlgemerkt den vollen Preis von EUR 90 und zwar ohne Mahlzeiten.

Auch im Tal unten, im Städtchen Chamonix, sorgt die Nobelherberge für Unmut. Kritiker meinen, es wäre einfacher gewesen, gar keine neue Unterkunft zu bauen. Der Aufstieg bis zum Gipfel sei auch von der Hütte Tête Rousse aus gut zu bewältigen, sagt Christophe Profit, der früher ein bekannter Alpinist war und heute als Bergführer arbeitet. Doch „Business und Rentabilität“ hätten eben Vorrang vor dem Schutz der Natur.

Auf der Website des Bergzeit-Magazins gibt es auch einen interessanten Artikel über die höchsten Hütten der Alpenländer. Dort finden Sie weitere Alpenhütten der Superlative.

Refuge du Goûter Videos

Broschüre
Refuge du Goûter – 25.03.2011, Französisch

Quelle: Die Welt, © Fotos: CC 3.0 Coronium

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